Buchrezension: Abenteuer Fotografie von Steffen "Stilpirat" Böttcher


Liebe Blogleser,

heute probiere ich mich 'mal wieder an einer Buchrezension: 


Die, die mich kennen, wissen, dass ich derzeit mit meiner Dissertation so sehr eingebunden bin, dass eigentlich keine Zeit für ein "Nicht-Uni"-Buch bleibt. Das Buch, welches ich euch heute vorstellen möchte, ist jedoch "anders" und musste daher einfach sein. Der Autor nennt sich selbst 'Stilpirat' (Steffen Böttcher) und ist Fotograf sowie ein Blogger aus der Nordheide (südlich von Hamburg). Die, die Steffen kennen, wissen, dass dies kein normales Buch sein kann. Ich hatte selbst schon ein paar Rezensionen darüber gelesen und die Vorfreude stieg in's Unermessliche. Das Ungewöhnliche begann bereits beim Kauf dieses Buches. Habt ihr schon 'mal ein Buch via Twitter gekauft? Also ich nicht. Das war schon das erste Skurrile: Also den Stilpiraten nach einem signierten Exemplar und einem guten Angebot für sein Logbuch und e-Book zur Hochzeitsfotografie gefragt und sofort kam eine Antwort. Fix mit Paypal bezahlt und ein paar Tage später hielt ich es in meinen Händen (Danke Steffen). Schnell ausgepackt und die Signatur gelesen:


Autor und Fotograf Steffen Böttcher, Foto: Patrick Ludolph




Da musste ich schon das erste Mal schmunzeln, was jedoch nicht das letzte Mal gewesen sein sollte. Wenn man Steffens Blog verfolgt, ist sofort klar, dass dies kein Technikbuch sein kann. Auch Anleitungen, wie man zu einem guten Bild kommt, sind dem Stilpiraten fern. Aber was ist es dann? Schnell wird klar, der Stilpirat sucht irgendetwas in seinem Buch. Seine große Liebe: die Fotografie. Er beschreibt in einer sehr lustigen Art und Weise eine unendlich wirkende Suche nach etwas, was er (und wohl auch andere) kaum fassen kann. Durch diese Suche beschreibt er seinen fotografischen Werdegang mit allen Freuden, Rückschlägen und Weiterentwicklungen. Sein Grundmotto auf all den Stationen scheint das ständige Ausprobieren von neuen und unkonventionellen Dingen zu sein: Ausruhen und Stillstand gleicht einer Aufgabe. Der Stilpirat macht genau das Gegenteil und das mit Erfolg. Immitieren scheint ihm langweilig zu sein und so treibt er den Leser immer wieder an, gefälligst seinen Arsch zu heben und seinen eigenen Stil zu finden bzw. zu entwickeln.
Er bespricht alle Gestaltungsmittel der Fotografie und führt dem interessierten Leser vor, wie er mit der großen Lady der Fotografie, dem Licht, umgeht. 
Die Aufmachung des Buches ist sehr originell: So findet sich zum Beispiel nach jedem Kapitel ein kleiner Merkzettel für den Leser (oder für den Autor?) auf dem er die wichtigsten Aspekte zusammenfasst. Zum Beispiel:
  • "Wissen und Austausch sind mehr Wert als jedes zusätzliche Glas im Fotokoffer
  • Natürliches Licht wiegt nichts und ist tagsüber sehr reichhaltig vorhanden."
Auch finden sich ab und zu kleine und sehr unterhaltsame Liebesbriefe von Steffen an die Fotografie. Man sieht sehr schön, wie liebevoll er mit ihr umgeht, sie aber teilweise auch kritisch hinterfragt.

Ich hab' von anderen Fotografen gehört, dass sie das Buch innerhalb eines Sonntags verschlungen haben. Nun, das konnte ich nicht. Nicht weil das Buch zu schwer geschrieben wäre und ich jedes zweite Wort mit dem Fremdwörterbuch nachschlagen müsste, nein: weil ich es einfach aus Wut manchmal weglegen und ein paar Tage, als Strafe, unbeachtet liegen lassen musste. Der Stilpirat weiß genau, wie er Hobbyfotografen provozieren kann. Warum weiß er das so genau? Weil er all diese Phasen durchgemacht hat und nun, noch brühwarm, davon berichtet. Das Schlimmste ist, dass man ihm, wenn man nach dieser Strafzeit das Buch wieder in die Hand nimmt und nochmals darüber nachdenkt, (fast) immer Recht gibt und sich irgendwie "weiter" fühlt. Beschreiben kann man das nicht, da müsst ihr selber 'mal durch.

Also die, die es bisher immer noch nicht verstanden haben: ich kann euch dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Nicht alles ist toll, beispielsweise fehlen mir an vielen Stellen die Details, aber im Grunde hat der Stilpirat diese auch nie versprochen. Das Buch ist ein toller Impulsgeber und genau so habe ich es auch verstanden. Man stimmt nicht immer mit dem Autor überein und ich glaube, selbst das hat der Stilpirat eingeplant. Seine kleinen Geschichten über die Fotografie motivieren: Man erkennt das selbst ein Topfotograf 'mal ganz klein angefangen hat und selbst viele komische Wege gegangen ist. Oftmals erwischt man sich, wie man sich selbst gerade versucht, einzuordnen und dann fällt es schwer zuzugeben, dass man tatsächlich denselben Murks gemacht und auch (wenn auch manchmal anders) zurückgeblickt und weiter gemacht hat. Ganz natürlich anscheinend, nur sagt einem das sonst keiner. Danke Steffen, dieses Buch ist anders. Ich mach' es kurz: KAUFEN! 


Informationen zum Buch:

Titel: Abenteuer Fotografie – Aus dem Logbuch eines Fotografen

Autor: Steffen “Stilpirat” Böttcher

Preis: 19,90 €

ISBN: 978-3836218214

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P.S. an dieser Stelle noch ein ganz persönliches Bild von mir an den Stilpiraten. JA, ich finde Colorkey immer noch schön. Natürlich nicht bei allen Bildern, aber dieses hier ist ein Klassiker und hängt auch in 100x60cm, schön auf Leinwand, bei mir im Wohnzimmer. Oder ist es doch nur eine Phase? Ich bin gespannt, wie lange es noch hängt. Noch zuckt nichts. In diesem Sinne: ich suche weiter und mit... :-)





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