Gastbeitrag: Erste Eindrücke Nikon D800

Quelle: Nikon Rumors
Liebe Leser,

heute habe ich etwas ganz Besonderes für euch! Der liebe Oliver (einige von euch werden ihn noch von dem gemeinsamen Glühlampen-projekt kennen) hat sich nämlich bereit erklärt, den ersten Gastbeitrag für meinen Blog zu schreiben. Oliver ist schon seit vielen Jahren sehr ambitionierter Hobbyfotograf mit einem unglaublichen Fundus an sowohl fotografischem Wissen, als auch Praxiserfahrung. Ich selbst durfte bereits ganz viel von ihm lernen und bin sehr froh, dass er heute erste Erfahrungen mit seinen neuen Kameras mit uns hier in meinem Blog teilen möchte. Ein Gastbeitrag bietet sich für ihn gerade besonders gut an: Zum einen überlegt Oliver schon eine Weile, auch selbst mal einen Fotografieblog zu eröffnen und könnte das Ganze so hier mal testen. Zum anderen ist er in der glücklichen Lage, sowohl eine D800, als auch eine D4 seit neuestem zu besitzen. Im heutigen Blogpost geht es aber zunächst erst einmal um das neue Pixelmonster von Nikon, die D800, mit unglaublichen 36 Megapixeln. Ich wünsche euch viel Spaß und scheut bitte kein Feedback:


Quelle: dpreview.com



Hallo liebe Leser, trotz der immer noch angespannten Liefersituation bei Nikon ergab sich die glückliche Gelegenheit, meine vorhandenen D700 und D3x durch die D4 und D800 zu ersetzen. 
Ich möchte hier einfach ‘mal meine ersten Eindrücke schildern. Strukturierte Bildvergleiche gibt es im Netz ja schon zur Genüge und auch die Diskussion, ob Canon oder Nikon oder was weiß ich, bunter, höher, weiter ist, werde ich hier jedoch nicht führen: Ich habe mich vor etlichen Jahren, die D100 war gerade verfügbar, für Nikon entschieden und sehe die Kamera eh als Werkzeug zum Arbeiten und nicht als Schmuck für die Vitrine :-)
Oliver Fritsch
Die oben erwähnte D3x war in den letzten Jahren die Kamera, die ich bei 80% aller Fotoprojekte genutzt habe. Nebenbei bemerkt hat die D700 trotzdem vergleichbar viele Auslösungen wie die D3x aber das ist eine andere Geschichte.
Eins möchte ich noch vorweg schicken: Bei mir dauerte die Umstellung von 12 auf 24 MPix (D2x auf D3x) eine gewisse Weile. Wenn scharfe Bilder produziert werden sollen, wird dem Fotografen durch die höhere Pixel-Dichte mehr handwerkliches Können abverlangt. Die einfache Faustformel 1/Brennweite = langsamste Belichtungszeit gilt nicht mehr. Außerdem steigen auch die Anforderungen an die Optiken und, wenn die Bilder in vertretbarer Zeit bearbeitet werden sollen, auch an die “Digitale Dunkelkammer”, sprich Computer, Backup usw.
Also bitte nicht nach den ersten 10 Bildern meinen, dass die Kamera keine scharfen Bilder produziert :-) Genug der Einleitung.


D800 Erste Eindrücke:

Man ist die klein. Der Hochformat-Griff ist im Moment noch nicht verfügbar, also muss es auch so gehen.
Was mir sofort sehr positiv auffällt, ist der Focus Mode Selector. Da, wo früher ein 3-Wege Schalter war (Manuell, Single und Continuus Autofokus), ein Teil bei dem ich auch wirklich immer auf die Kamera schauen musste, ist jetzt ein einfacher Hebel mit Autofokus: An, Aus.
Auf dem Hebel ist ein Knopf, durch Drücken und Drehen an den Einstellrädern lässt sich AFc und AFs einfach mit dem Zeitrad und der entsprechende Untermodus (bei AFc 3D 9, 21, 51 Felder) mit dem Blendenrad einstellen. Alles direkt im Sucher live und in Farbe. Das ist schon ‘mal richtig toll.
Die Wasserwaage lässt sich auch im Sucher einblenden, ist zwar nicht bunt, aber das LCD reagiert sehr schnell und lässt ein exaktes Ausrichten sowohl in horizontaler, als auch in vertikaler Lage zu. Der Kompass zeigt sowohl ein Kippen, als auch Neigen der Kamera an.
Die Benutzerführung hat sich erneut verbessert. Ich sehe das Ganze aus der Sicht eines Nikon Users, der mit der D100 über die D2x diese Evolution erlebt hat. Einerseits sind da Kleinigkeiten (Bracketing geht jetzt auch mit 2 und 3 Blendenschritten), andererseits dezente Verbesserungen wie beim Selbstauslöser, der jetzt auch Serien kann. Grundlegend sind allerdings die Vereinheitlichung des Bedienungkonzeptes: Endlich ist da kein Unterschied mehr zwischen Semiprofi Dxxx und Profi Dx Kameras. 
Vielleicht zur Erläuterung: Die D700 konnte nach zweimaligem Drücken der Info-Taste direkt auf dem Monitor Änderungen zulassen, die D3 nicht. Bei der Bildkontrolle war Zoom und Panning zwischen den beiden Kameralinien komplett verschieden gelöst.
Immer wieder doll, wenn man dem Modell ein Bild zeigen will und statt zu zoomen, kommt eher der Eindruck ‘rüber, dass der Fotograf seine Kamera nicht so richtig im Griff hat … 
Weiter geht’s: Die D800 hat zwei Speicher Slots, SD und CF, wobei ich den SD-Slot für eine eye-fi Karte benutze (jpg) und die RAW-Bilder auf die CF-Karte kommen. Das Ganze ist zur Zeit noch im Test.

Letzten Sonntag kam die D800 zum ersten Mal bei einem Shoot zum Einsatz.
Die Situation war: Dunkler, kalter, großer (> 20 * 20 Meter), fensterloser Raum. Licht sowohl mit SB900 (CLS) als auch mit Elinchrome Ranger Portys. 
Es war also sehr dunkel. Der Autofokus funktionierte trotzdem super schnell und präzise. Das mittlere Feld ist bis Blende 8 gut, aber auch die Randfelder funktionierten extrem gut und hier ist die Messlatte bei mir die D3x! Beim Auslösen ist die D800 auch deutlich leiser als ihre Vorgänger.
Einzig der fehlende Hochformat Griff ärgerte mich (ja Jammern auf hohem Niveau).
Später zu Hause dann die Stunde(n) der Wahrheit: Die Bilder in den Lightroom ‘rein und in DNG konvertiert. Dann ‘mal die ersten Bilder in 100% auf den Monitor (WG EIZO ). Die Farben sind schon ‘mal super... Mhh die Schärfe auch … ‘Mal sehen, wie viel Reserve d’rin ist... Pinsel +1.5 Exposure schnell ‘mal über’s Gesicht … Cool, kein Rauschen, alles schnuffig.
Das ist ja ‘mal toll. In der Bildqualität schneidet die D800 hervorragend ab. Da wird mir die kleine noch viel Freude bereiten :-) Die Bilder zeigen zum einen das Originalbild und zum anderen jeweils einen kleinen Ausschnitt dessen. 

Wenn ihr wollt, kann ich euch auf dem Laufenden halten. Spätestens Montag habe ich noch ein ausgiebiges Studio Shooting mit der D800. In der Zwischenzeit werde ich ‘mal meine Eindrücke zur D4 sammeln. 

Die D800 ist definitiv keine Anfänger-Kamera. Ich sehe schon mit Graus den bevorstehenden Foreneinträge in Form von “Jetzt habe ich 36 MPix und mein Bild ist immer noch unscharf...” oder “Seitdem ich die D800 benutze, wird mein Rechner immer langsamer...” entgegen. Behaltet diese beiden Sätze ‘mal in Erinnerung und schaut ‘mal, was in den Nächsten Wochen in den einschlägigen Nikon-Foren diskutiert wird.
Meiner Meinung nach ist die D800 ein hervorragendes Werkzeug, das selbst den Vergleich zur deutlich teureren D3x nicht scheuen muss. Toll ist, dass mir bislang noch nichts die Gute Laune an der D800 verhageln konnte. In der nächsten Zeit wird sich zeigen, wo die Schwächen liegen, die dann eine D900 rechtfertigen würden.

P.S. Gerade ist auch noch der Hochformatgriff (MB-D12) angekommen, dazu kommt dann noch das kleine Plastikteil, was in Gold aufgewogen werden muss (BL-5) und heute Abend wird die D800 fertig. ;-)




Vielen Dank Oliver! Ich freue mich schon auf deine ersten Eindrücke von der D4. 



3 Kommentare:

  1. Dass die D800 einen Kompass hätte, wäre mir aber neu

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  2. Natürlich ist eine Wasserwaage gemeint gewesen, danke für den Hinweis! ;-)

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  3. Na gut, mit dem GPS Modul kommt auch der Kompass :-)

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